Kulturpflanzen der Schweiz /  Schriftenreihe / Geschichte der Kulturpflanzen                   letzte Aktualisierung 09.07.2014
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                            Gerste
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Schriftenreihe Kulturpflanzen in der Schweiz / Geschichte der Kulturpflanzen


Schriftenreihe Kullturpflanzen in der Schweiz
Die zweisprachige Reihe gibt einen Übersicht über die Geschichte der Kulturpflanzen in der Schweiz, die Vielfalt der Sorten, ihre agronomische Eigenschaften, ihre Nutzung, ihre Verwendung in der Züchtung und ihre Erhaltung. Hintergründe.


ISBN:
                                    978-3-9524176-0-7

ISBN: 978-3-8524176-3-8

ISBN:
                                    978-3-9524176-9-0

ISBN: 978-3-9524176-7-6

Le Mais

Ziel der Reihe
Die Reihe gibt einen Übersicht über die Geschichte der Kulturpflanzen, die Vielfalt der Sorten, ihre agronomische Eigenschaften, ihre Nutzung, ihre Verwendung in der Züchtung und ihre Erhaltung.

Hintergründe
Eine Übersicht der schweizerischen Kulturpflanzen gibt es nur ansatzweise. Inzwischen liegt eine Fülle an Informationen zu den Kulturpflanzen vor, die darauf wartet überprüft, allenfalls ergänzt, zusammengefasst und erläutert der Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden. Eine Schriftenreihe ist ein geeignetes Mittel dazu. Die Reihe wird eine fundierte Übersicht über die Geschichte der Kulturpflanzen, die Vielfalt der Sorten, ihre agronomische Eigenschaften, ihre Nutzung, ihre Verwendung in der Züchtung und ihre Erhaltung geben.

Inhalt
Die Schriftenreihe hat inhaltlich einen direkten Bezug zu den erhaltenen Sorten und berücksichtigt die Daten und Informationen, die in der Nationalen Daten Bank (NDB) enthalten sind. Der Inhalt eines Heftes gliedert sich in:
  • Gestalt
  • Geschichte
  • Sorten der Genbank
  • Handlungsbedarf - offene Fragen
  • Quellenverzeichnis

Vorgeschichte
Das grosse öffentliche Interesse an der Kulturpflanzenvielfalt und ihrer Erhaltung, hat sich im Laufe des 20. Jahrhunderts entwickelt. Die Züchter waren die ersten, die die Bedeutung erkannten und vor dem Verlust der Vielfalt warnten. Sie sahen, dass der Erfolg ihrer Zuchtsorten dazu führte, dass Landsorten und alte Sorten ausstarben. Sie wussten, dass sie für ihre Züchtungsarbeit auf eine breite Palette von Sorten angewiesen waren. Mehrere Jahrzehnte vergingen, bis man um die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts anfing Landsorten gezielt zu sammeln und erhalten. Allerdings beschränkte man sich auf einige wenige Arten, die damals noch in der Schweiz veredelt wurden.

Es brauchte weitere Jahrzehnte bis man einsah, dass alle alte Kulturpflanzen Teil des nationalen Kulturerbes sind und zu erhalten seien. Zunächst waren es private Organisationen, die in den achtziger Jahren aktiv wurden. Seit 1999 unterstützt der Bund mit dem Inkrafttreten des <Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft> - kurz NAP-PGREL genannt - die Sammlung, Sicherung, Identifizierung und Beschreibung der alten Kulturpflanzen. Inzwischen werden 8291 Sorten erhalten.

An den Projekten beteiligen sich landwirtschaftliche Forschungsanstalten, landwirtschaftliche Schulen, Züchter, Saatgutproduzenten und private Organisationen, die sich die Erhaltung und Nutzung alter Sorten zum Ziel gesetzt haben.

Die Nutzung der alten Sorten reicht vom Anbau in Privatgärten über die Vermarktung als Spezialität bis zur Nutzung von Sorten in in- und ausländischen Zuchtprogrammen. 

Eine detaillierte Übersicht der schweizerischen Kulturpflanzen gibt es nur ansatzweise. Eine umfassende Darstellung zu den einzelnen Kulturpflanzen in Bezug auf ihre Geschichte, ihre Vielfalt, ihre Nutzung fehlt.

Gemessen an der Bedeutung der Kulturpflanzen für die Gesellschaft, haben die Kulturpflanzen, zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Es ist das Ziel der Schriftenreihe bei der Schliessung dieser Lücke mitzuwirken. Die Reihe richtet sich an Fachkreise, an Anbauer, Erhalter, Dozenten, Studenten, Journalisten, Politiker und Behördenvertreter, sie dient als Grundlage für allgemeinverständliche Berichte. 

Einige Zahlen
Die nationale Genbank der Schweiz enthält 8291 verschiedene einheimische Kulturpflanzen oder solche mit starkem Bezug zur Schweiz (Stand 31.03.2010). Die Kulturpflanzen verteilen sich auf ca. 20 Pflanzenfamilien mit ca. 50 Arten. Manche Kulturpflanzen sind nur mit einer Sorte vertreten. Manche Arten gibt es seit 7000 Jahren, andere erst seit 500 Jahren.

Hintergründe, Nutzung, Anbau, Dynamik der Vielfalt, Historisches
In der Schriftenreihe sind die Informationen aus vorangegangenen Studien aktualisiert. Dabei ergaben sich wesentliche Änderungen. In den Studien finden sich ergänzende Informationen.

  • Beitrag zur Geschichte der Kulturpflanzen - 1. Getreide - Schweiz, Nord- und Südtirol. 208 S. Peer Schilperoord, 2012.
  • Beitrag zur Geschichte der Kulturpflanzen - 2. Mais - Schweiz, Nord- und Südtirol. 43 S. Peer Schilperoord, 2012.
  • Beitrag zur Geschichte der Kulturpflanzen - 3. Kartoffel - Schweiz. 48 S. Peer Schilperoord, 2012.

Links:
Nationale Daten Bank (BDN):
        http://www.bdn.ch
Schweizerische Kommission für die Erhaltung der Kulturpflanzen (SKEK):
        http://www.cpc-skek.ch

Bestellungen: im Buchladen oder: schilperoord@bluewin.ch / 0041 (0)81 404 22 29 / Verein für alpine Kulturpflanzen, Voia Gonda 1, CH 7492 Alvaneu. Flyer deutsch / Flyer französisch
Kulturpflanzen in der Schweiz – Dinkel
Gestalt des Dinkels; Gestaltungskraft; Entstehungsgeschichte des europäischen Dinkels; Stammbaum des Weizens; die Vielfalt; eine weltweit einzigartige Dinkelsammlung; alte Sorten; Dinkel oder nicht Dinkel.
Broschüre A4, 36 S., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-0-7

Plantes cultivées en Suisse – L’épeautre
La forme de l’épeautre; la force formatrice; l’histoire de l’origine de l’épeautre cultivé en Europe; l‘arbre généalogique du blé; la diversité; une collection primaire d‘épeautre unique au monde; variétés anciennes; épeautre ou pas?
Brochure, A4, 36 p., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-1-4

Kulturpflanzen in der Schweiz – Weizen
Gestalt des Weizens; das erste Brot; Binkel- oder Pfahlbauweizen; die Vielfalt; die Anfänge der Winter- und Sommerweizenzüchtung; vom Passen und Anpassen; Landsorte – Industriesorte – moderne Landsorte.
Broschüre A4 38 S., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-2-1

Plantes cultivées en Suisse – Le blé
La forme du blé; le premier pain; le blé compact ou blé hérisson; la diversité; les débuts de la sélection du blé de printemps et d’automne; compatibilité et adaptabilité; variété locale – variété industrielle – variété locale moderne.

Brochure, A4, 38 p., Fr. 25.00
I
SBN 978-3-9524176-3-8

Kulturpflanzen in der Schweiz – Gerste
Gestalt der Gerste; die Frühreife; das älteste Getreide;
Vorlieben; das Getreide der Randregionen;
die Vielfalt: 2-, 4- und 6-zeilige Gerste, Nackt- oder Weizgerste; Hauptnahrungsmittel – Futtermittel – Genussmittel.

Broschüre A4 40 S., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-8-3

Plantes cultivées en Suisse – L’orge
La forme de l’orge; la précocité; la céréale la plus ancienne; préférences; la céréale des régions périphériques; la diversité: orge à 2, 4 et 6 rangs, l’orge nue; aliment principal – aliment pour animaux – denrée d’agrément.

Brochure, A4, 40 p., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-9-0


Kulturpflanzen in der Schweiz – Kartoffel
Gestalt der Kartoffel; die ersten Sorten; Solanin; Verdrängung des Getreides; Röstigraben; Explosion der Vielfalt; Nutzungsvielfalt; die Kartoffel in der Genbank.
Broschüre A4 41 S., Fr. 25.00
ISBN: 978-3-9524176-6-9


Plantes cultivées en suisse – Pomme de terre

La forme de la pomme de terre; les premières variétés; la solanine; supplantation des céréales; le röstigraben; l’explosion de la diversité; la diversité
des modes d’exploitation; la pomme de terre dans la banque de gènes.

Brochure, A4 41 p., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-7-6

Kulturpflanzen in der Schweiz – Mais
Gestalt des Maises; von der Nuss zum Korn – die Entstehungsgeschichte des Maises; Verbreitung
in der Schweiz; die Vielfalt; Fest der Farben; springende Gene; vom Körner- zu Silomais.
Broschüre A4 40 S., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-4-5


Plantes cultivées en Suisse – Le maïs
L’anatomie du maïs; de la noix au grain – l’histoire
de l’origine du maïs; la répartition en Suisse; la diversité; une fête des couleurs; gènes sauteurs; du maïs-grain au maïs d’ensilage.
Brochure A4 40p., Fr. 25.00
ISBN 978-3-9524176-5-2
Kulturpflanzen in der Schweiz – Dinkel

Der europäische Dinkel hat innerhalb der Getreidearten eine einzigartige Stellung. Er ist das einzige Getreide, das in West-Europa entstanden ist. Dinkel und Brotweizen gehören zur gleichen Art. Der Dinkel wirkt zwar ursprünglicher als der Weizen, er ist aber später entstanden.
Der Dinkel tritt in der Schweiz unvermittelt ab 2‘300 vor Christus auf. Er ging hervor aus Kreuzungen von Brotweizen mit Emmer.  Emmer, eine ursprünglichere Getreideart als Weizen, hat noch gewisse Merkmale einer Wildpflanze. Seine Ähren sind brüchig,  die Zahl der Körner einer Ähre ist niedriger und die Erträge sind tiefer. Dinkel hat bei seiner Entstehung ursprüngliche Eigenschaften des Emmers  angenommen. Dinkel ist ein Weizen mit Eigenschaften vom Emmer.
Dinkel war während Jahrtausenden bis ins 19. Jahrhundert in vielen Regionen das wichtigste Getreide. In diesen Regionen war die Bezeichnung Korn identisch mit Dinkel. Die Schweiz verfügt, dank der Sammeltätigkeit von Siegfried Wagner in den dreissiger Jahren, über eine Landsortensammlung, die von weltweiter Bedeutung ist.

Plantes cultivées en Suisse – l'épautre

Au sein des céréales, l’épeautre cultivé en Europe occupe une position unique. Il est la seule céréale née en Europe de l’Ouest. L’épeautre et le blé tendre appartiennent à la même espèce. Bien que l’épeautre paraisseplus originelque le blé, il n'est apparu que plus tard.
L’épeautre apparaît soudainement en Suisse à partir de 2300 ans av. J.-C., issu de croisements entre le blé tendre et l’amidonnier. L’amidonnier, une céréale plus originelle que le blé, se distingue encore par certaines caractéristiques d’une plante sauvage: épis à rachis cassant, nombre de grains par épi moins élevé et rendements plus faibles. Lors de son apparition, l’épeautre a acquis des caractéristiques originelles de l’amidonnier.
Dans beaucoup de régions l’épeautre fut durant des millénaires la céréale la plus importante. Dans ces régions, «grain» fut synonyme d’épeautre.  Grâce à l'activité de collection de Siegfried Wagner, la Suisse dispose d’une collection de variétés locales d'envergure mondiale.

Kulturpflanzen in der Schweiz – Weizen

Der Weizen ist das wichtigste Brotgetreide der Schweiz. Das war nicht immer so. Lange waren in den Alpen Roggen und Gerste die Hauptgetreidearten und im Mittelland der Dinkel. Die ersten Funde von Nacktweizen stammen aus der Mittleren Steinzeit um 4'800 vor Christus. Allerdings konnten die gefundenen Körner nicht genauer bestimmt werden, es kann sich bei den Körnern um Brotweizen, aber auch um Hart- oder Macaroniweizen gehandelt haben. Bereits in der Steinzeit wurde Brot gebacken. Berühmt ist das Brot von Twann am Bielersee aus der Zeit um 3'530 vor Christus. Es war ein Sauerteigbrot aus feinem Weizenmehl. Der Weizen ermöglichte den Übergang vom Fladenbrot zum Brotlaib. Mischbrote aus Weizen- und Gerstenmehl wurden ebenfalls gefunden.
Die ursprünglichen Landsorten bestanden aus einem Gemisch von Pflanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften, wie  Farbe, Dichte der Ähre, Begrannung, Frühreife oder Krankheitsresistenz. Die verbesserten Landsorten, die die ursprünglichen Landsorten ablösten, waren dagegen einheitlich. Die Züchter achteten darauf, jene Pflanzen auszulesen, die möglichst viele gute Eigenschaften auf sich vereint hatten.
Die ursprünglichen Landsorten und auch die veredelten Landsorten haben die Entwicklung der Landwirtschaft in den letzten 100 Jahren nicht mitgemacht. Die meisten sind zu standschwach, sie neigen zur Lagerung, und können deshalb in der Praxis nicht mehr angebaut werden. 
Die Vielfalt der Landsorten kann jedoch dazu genutzt werden, moderne Sorten, die für die biologische Landwirtschaft gezüchtet werden, weiter der Umgebung anzupassen. Das führt zu modernen Landsorten die sich von Industriesorten dadurch unterschieden, dass die Umgebung nicht durch Kunstdüngung und Einsatz von Pestiziden den Sorten angepasst wird. Sondern die Sorte der Umgebung.

Plantes cultivées en Suisse – le blé

Le blé est la principale céréale panifiable en Suisse. Ce ne fut pas toujours le cas. Dans les Alpes le seigle et l’orge furent longtemps les principales céréales et sur le Plateau l’épeautre. Les premières traces de blé nu proviennent du Mésolithique vers 4'800 av. J.-C. Toutefois, les grains retrouvés ne purent pas être déterminés plus précisément, il peut s’agir ou bien de blé tendre ou bien de blé dur. A l’âge de pierre déjà, du pain fut cuit. Très connu, le pain de Douanne au bord du lac de Bienne date d’environ 3'530 av. J.-C. Il s’agit d’un pain levé fabriqué à partir de blé finement moulu. Le blé permit la transition de la galette à la miche. Le blé fut dans de nombreuses régions la céréale utilisée pour des occasions solennelles. On y trouva également des pains bis à base de farine de blé et d’orge.
Les variétés locales originelles consistèrent en un mélange de plantes aux différentes propriétés telles que couleur, densité de l’épi, aristation, maturité hâtive ou résistance aux maladies. Par contre, les variétés locales améliorées qui remplacèrent les variétés locales originelles furent homogènes. Les sélectionneurs veillèrent à sélectionner les plantes réunissant le plus de caractéristiques souhaitables.
Les variétés locales originelles et aussi les variétés locales améliorées n’ont pas suivi le développement de l’agriculture ces derniers 100 ans. La plupart craignent trop la verse et, en pratique, ne peuvent plus être cultivées.
La diversité des variétés locales peut être utilisée pour adapter davantage à l’environnement les variétés modernes sélectionnées pour l’agriculture biologique. Cela fait naître de variétés locales modernes qui se distinguent des variétés industrielles en ce que l’environnement n’est pas adapté aux variétés au moyen de fertilisants et de pesticides, mais que la variété s’accommode de l’environnement.

Kulturpflanzen in der Schweiz – Gerste

Die Gerste wurde während 7'000 Jahren ununterbrochen in der Schweiz angebaut. Das Saatgut wurde von Generation auf Generation weitergegeben. Dank ihrer Frühreife und Anpassungsfähigkeit konnte sie von den tiefsten Lagen bis hoch hinauf in abgelegene Alpentälern angebaut werden. Doch vor 50 Jahren kam es zu einem Bruch mit dieser Tradition. Der Anbau in den Randregionen wurde aufgegeben und in günstigen Lagen wurden schweizerische Sorten durch ausländische Sorten ersetzt. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg hat man die Gerstenzüchtung in der Schweiz ganz eingestellt. Während Gerste früher als Hauptnahrungsgetreide eine wichtige Rolle spielte, vor allem in Form von Brei oder Suppe, wird sie heute fast nur noch als Futtergetreide angebaut. Der Braugerstenanbau in der Schweiz wurde praktisch aufgegeben.
In der nationalen Samenbank befinden sich Gerstensorten, die vermutlich von den ersten in der Schweiz angebauten Sorten abstammen, es handelt sich dabei um 6-zeilige Spelz- und Nacktgersten.
Die Gerste ist von allen Getreidearten am frühesten reif. Das liegt daran, dass sie bereits beim Hervorschieben der Ähren blüht, weshalb sich die Vegetationszeit verkürzt. Meistens öffnen sich die Staubbeutel bereits in den noch geschlossenen Blüten, nur selten ragen sie aus den Blüten heraus. Die Gerste ist ursprünglich eine Pflanze der Sommertrockenheit. Die extrem langen Grannen assimilieren sogar noch, wenn die Blätter die Assimilation wegen Trockenheit bereits eingestellt haben. Ein Grossteil der Kornsubstanz wird direkt von den Grannen gespiesen, Gerste ist das Grannengetreide schlechthin.
In der Die schweizerischen Landsorten spielen in der europäischen Gerstenzüchtung keine Rolle, aber eine umso grössere Rolle in der Gerstenzüchtung der Vereinigten Staaten. Eine Landsorte aus der Region Sempachersee rettete sogar den Braugerstenanbau des Mittleren Westens. Diese Region wurde Mitte der dreissiger Jahren von einer verheerenden Schwarzrostepidemie heimgesucht. Nur eine einzige Pflanze mit Schwarzrostresistenz konnte widerstehen – und sie stammte von einer Schweizer Landsorte ab. Mit ihr konnte ein aufmerksamer Landwirt das Problem lösen. Auch als in den neunziger Jahren in der gleichen Region grosse Probleme mit Fusarium auftraten konnten die Züchter das mit Hilfe von  Schweizer Landsorte entschärfen.
Plantes cultivées en Suisse – l’orge

En Suisse, l’orge fut cultivée pendant 7000 ans de façon ininterrompue. La semence fut transmise d’une génération à l’autre. Grâce à sa précocité et son adaptabilité, l’orge put être cultivée des plus basses altitudes jusqu’aux hauteurs des vallées alpines reculées. Il y a 50 ans, cette tradition fut rompue. La culture dans les régions périphériques fut abandonnée et dans les zones privilégiées les variétés suisses furent remplacées par des variétés étrangères. Peu après la Seconde Guerre mondiale, la sélection d’orge fut complètement abandonnée en Suisse. Alors que l’orge assuma jadis un rôle majeur en tant que céréale servant d’aliment de base, surtout sous forme de bouillie et de soupe, elle n’est aujourd’hui presque exclusivement cultivée comme céréale fourragère. La culture d’orge brassicole fut pratiquement abandonnée en Suisse.

La banque de semences nationale comporte vraisemblablement des variétés d’orge qui proviennent des premières variétés cultivées en Suisse, il s’agit d’orges vêtues et nues à 6 rangs.

De toutes les céréales, l’orge arrive le plus tôt à maturité. C’est dû au fait qu’elle fleurit déjà lors de l’épiaison, ce qui raccourcit la période de végétation. Généralement, les anthères s’ouvrent déjà dans les fleurs encore fermées, elles ne dépassent que rarement les fleurs. A l’origine l’orge est habituée à la sécheresse estivale. Les arêtes extrêmement longues assimilent encore lorsque les feuilles ont déjà arrêté l’assimilation en raison de la sécheresse. Une grande partie de la substance du grain est alimentée directement par les arêtes, l’orge est la céréale barbue par excellence.
Les variétés locales suisses ne jouent aucun rôle dans la sélection d’orge européenne, mais un rôle d’autant plus important dans celle des Etats-Unis. Une variété locale de la région du lac de Sempach sauva même la culture d’orge brassicole du Midwest. Durant les années mi-trente, cette région fut en proie à une épidémie de rouille noire désastreuse. Une seule plante put résister à la rouille noire – et celle-ci descendait d’une variété suisse. Avec elle un agriculteur attentif put résoudre le problème. De même, lorsque la même région rencontra de grands problèmes avec la fusariose dans les années 90, les sélectionneurs purent désamorcer ceux-ci à l’aide de variétés locales suisses.

Kulturpflanzen in der Schweiz – Kartoffel

Die Kartoffel tat sich schwer mit der Einbürgerung in der Schweiz. Es dauerte hundert Jahre nach ihrer Ankunft in Basel bis sie als Nahrungsmittel am Ende des 17. Jahrhunderts in der Zentralschweiz akzeptiert wurde. Danach
dauerte es weitere Jahrzehnte bis sie sich über die ganze Schweiz verbreitete. Ein Grund für die schlechte Akzeptanz dürften schlechte Erfahrungen mit dem Giftstoff Solanin gewesen
sein.
Die Kartoffel ist die einzige Ackerfrucht, die vegetativ vermehrt wird. Das schränkte die Sortenvielfalt ein. Im 18. Jahrhundert wurde nur eine Handvoll Sorten angebaut. Probleme
mit Viren und die Entdeckung, dass man Kartoffeln auch aus Samen der Beeren ziehen kann, führten um 1800 zu einer explosionsartigen Vermehrung der Vielfalt. In diese Zeit fällt auch die Ablösung der ursprünglichen Kartoffelsorten aus den Anden durch Sorten aus dem Küstengebiet der Insel Chiloé im Süden Chiles.
Die Kartoffelzüchtung hat sich in der Schweiz auf Dauer nicht etablieren können, sie findet heute hauptsächlich in küstennahen
Regionen statt, weil es dort praktisch keinen
Virusbefall gibt. Die Verdrängung der alten
Sorten durch neue Sorten verlief schnell. In der Schweiz sind nur gerade 11 Landsorten erhalten geblieben. Die Landsorten waren in
Kulturpflanzen in der Schweiz – Kartoffelder Regel stark mit Viren befallen, was den Ertrag
um 50 % reduzieren kann. Deshalb hatten virusfreie Saatkartoffeln ertragsmässig einen grossen Vorteil.
In Maran bei Arosa werden alljährlich Landsorten und alle Sorten, die auf der Schweizer Sortenliste waren, angebaut. Blattläuse, welche Viren übertragen, überleben in höheren Lagen nicht, deshalb bleiben die Sorten dort virusfrei.
Die virusfreien Landsorten bereichern die Vielfalt der modernen Zuchtsorten, sei es durch ihren speziellen Geschmack, ihre Farbe und ihr Aussehen.

Plantes cultivées en Suisse – Pomme de terre

La pomme de terre eut du mal à s’établir en Suisse. Depuis son arrivée à Bâle, il fallut attendre un siècle pour qu’elle soit, en Suisse centrale, admise comme aliment à la fin du 17e siècle. Puis il fallut plusieurs décennies pour qu’elle se répandît sur l‘ensemble du territoire suisse. Une raison de la mauvaise acceptation aurait pu être liée aux mauvaises expériences avec la toxine solanine.
La pomme de terre est la seule plante de grande culture multipliée végétativement. Cela limita la diversité variétale. Des problèmes de virus et la découverte qu’on pouvait faire pousser des pommes de terres à partir de graines des baies induisirent vers 1800 une explosion de la diversité. Cette période marque également la supplantation de la sous-espèce native des Andes, à l’origine des premières introductions en Europe, par la sous-espèce originaire de la zone côtière de l’île de Chiloé dans le sud du Chili.
En Suisse, la sélection de pommes de terre
n’a su s’établir à long terme; à présent, elle a lieu principalement dans les régions proches des côtes, car là-bas, il n’y a pratiquement pas d’attaques de virus. Les variétés anciennes se firent rapidement supplanter par les nouvelles. En Suisse, seules 11 variétés locales ne furent conservées, puisqu’elles furent en général séri Plantes cultivées en Suisse – Pomme de terreeusement virosées, ce qui peut réduire le rendement de 50%. C’est pourquoi les plants de pommes de terre exempts de virus furent très avantageux en termes de rendement.
Chaque an, les variétés locales et toutes les variétés inscrites sur la liste suisse des variétés sont cultivées à Maran (Arosa). Les pucerons, vecteurs de viroses, ne survivent pas en altitude,
les variétés restent donc là-bas exemptes de virus. Les variétés locales exemptes de virus enrichissent la diversité des cultivars modernes, soit par leur goût particulier, leur couleur et leur aspect.

Kulturpflanzen in der Schweiz – Mais

Der Mais ist die einzige Getreideart, die aus Amerika nach Europa gekommen ist. Die Maispflanze beeindruckt durch ihre Grösse, ihre Masse. Mais ist eine Pflanze der sommergrünen, tropischen Laubholzwälder und Savannen des südwestlichen Mexikos. Der Mais ist hervorgegangen aus dem Wildmais, der besser bekannt ist unter dem Namen Teosinte. Die Entstehungsgeschichte des Maises ist aussergewöhnlich.
Die ca. 6 mm grosse Früchtchen der Teosinte ähneln kleine Nüsschen, die Schale ist steinhart und von Kieselsäure durchzogen. Ursprünglich wurde Teosinte wegen seinem süssen Mark im Stängel und der süssen jungen
weiblichen Ähren wie eine Art Gemüse genutzt.
Seit 450 Jahren wird Mais in Europa angebaut.
Er erreichte die Schweiz vom Süden her über Italien und vom Norden her über Deutschland. Der Mais ist in den Südtälern und in den vom Föhn begünstigten Tälern nördlich des Alpenkamms zu einer wichtigen Nahrungspflanze
geworden. Mais ist eine intensive Kultur,
sie braucht eine kräftige Düngung und liefert
dann entsprechend hohe Erträge. Für die Selbstversorgung war der Mais eine wichtige Pflanze, sie wurde oft gartenmässig angebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg verlor der Körnermais schnell an Bedeutung. Statt Körnermais dominiert heute Futtermais die Maisanbauflächen.
Der Futtermais wird als Silomais ein paar Wochen früher geerntet und muss nicht nachgetrocknet werden.
Rund 225 Landsortenmuster sind vom Mais erhalten geblieben. Die Vielfalt der Sammlung ist gross, denn nicht nur die dominierenden Landsorten, sondern auch abweichende Formen wurden gezielt gesammelt. Die Reihenzahl der Kolben variiert zwischen 8 und 24, das Tausendkorngewicht zwischen 150 und 500 Gramm. Die Maiskolben sind sehr farbig, die Farbpalette der Körner reicht von perlenweiss, hellgelb, dunkelgelb, orange über bernsteingelb und korallenrot bis blau. Bis um die Jahrtausendwende wurden alte Sorten noch gesammelt. Aber die meisten Herkünfte kann man nicht ohne weiteres nutzen, es gibt beim Anbau oftmals missgebildeten Kolben und das Ertragsniveau muss durch Auslese erst wieder angehoben werden.

Plantes cultivées en Suisse – Le mais

Le maïs est la seule céréale introduite en Europe issue d’Amérique. La plante de maïs impressionne par sa taille et sa masse. Le maïs est une plante des forêts de bois feuillus tropiques,
à feuilles caduques, et des savanes du sud-ouest du Mexique. Le maïs descend d’une forme sauvage de maïs, mieux connue sous le nom de téosinte. L’histoire de l’origine du maïs est extraordinaire. Les petits fruits d’env. 6 mm du téosinte ressemblent à des petites noix, l’épicarpe est dur comme pierre et sillonné de silice. À l’origine, le téosinte fut, grâce à sa moelle douce et les jeunes épis femelles doux, utilisé comme un genre de légume.
Le maïs est cultivé en Europe depuis 450 ans. Il fut rapporté en Suisse depuis le sud via l’Italie et depuis le nord via l’Allemagne. Le maïs est devenu une plante vivrière importante
dans les vallées du sud des Alpes et celles
à foehn du nord des Alpes. La culture du maïs est intensive, elle a besoin d’une forte fumure et fournit ensuite des rendements élevés.
Le maïs fut une plante importante pour l’autoconsommation, il fut souvent cultivé à l’échelle jardinière. Après la Seconde Guerre mondiale, le maïs-grain perdit rapidement du terrain. Au lieu du maïs-grain, c’est le maïs fourrager qui domine à présent les emblavures de maïs. Le maïs fourrager est récolté comme
maïs d’ensilage quelques semaines plus tôt et n’a pas besoin d’être séché.
Env. 225 échantillons de variétés locales de maïs sont conservés. La diversité de la collection
est grande, car non seulement les variétés
locales dominantes, mais aussi des formes déviantes furent méthodiquement collectées. Le nombre de rangs des épis varie entre 8 et 24, le poids de mille grains entre 150 et 500 grammes. Les épis sont bigarrés, la gamme de couleurs des grains va de blanc perlé, jaune clair, jaune foncé, orange, en passant par jaune ambré et rouge corail, jusqu’au bleu. Les variétés
anciennes furent encore collectées jusqu’au tournant du millénaire. Mais la plupart des provenances ne se prêtent pas sans autre à être exploitées, leur culture résulte souvent en des épis avortés et le niveau de rendement doit à nouveau être élevé par la sélection.
Verfasser
Der Verfasser dieser Website, Peer Schilperoord ist Biologe, er war 11 Jahre lang (1989-2000) Geschäftsführer der Genossenschaft Gran Alpin und befasst sich seit 1982 mit Getreide und Kulturpflanzen.

 
© 2003  Peer Schilperoord schilperoord@bluewin.ch
Kontakt: Voia Gonda 1, 7492 Alvaneu Dorf. Tel.: 081 404 22 29